Verwendung von Cookies: Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

Liebe Besucherinnen und Besucher meiner Homepage!
Ab sofort finden Sie an dieser Stelle meinen 'Blog: Kompaktwissen Männergesundheit'. Warum dieser Blog? In beiden Männergesundheitsberichten ist nachzulesen, dass Männer im Vergleich zu Frauen weniger über Gesundheitsthemen wissen. Hier möchte ich Abhilfe schaffen. Dies auch vor dem Hintergru...nd, dass erwerbstätige Männer zu 90 % vollzeitbeschäftigt sind und mehr Überstunden leisten als Frauen. Sie erhalten von mir oder anderen Gesundheitsexperten kurz und knackig  fachlich fundierte Beiträge, was Sie für Ihre Gesundheit tun können. Möglichst garniert mit Tipps, die man einfach und schnell umsetzen kann zusammen mit Empfehlungen, wo man weitergehende Informationen erhält.
Sie können sich mit Klar- oder Nickname anmelden kann, so dass Sie bei jedem neuen Beitrag informiert werden. Selbstverständlich können Sie auch die Blogs, die für Sie besonders wertvoll waren, in den sozialen Netzwerken in Umlauf bringen.
Ihr Johannes Vennen
Mehr

Natur verbessert die Stimmung

Im Blog vom 11.09. ist nachzulesen, dass der Aufenthalt in der Natur uns hilft, dass wir uns besser, vor allem langfristiger, entscheiden. Doch die Natur kann noch mehr. Englische Forscher haben herausgefunden, dass bereits ein fünfminütiger Aufenthalt in der Natur die Stimmung und Selbstachtung verbessern. Die größten Effekte ließen sich bei jüngeren Versuchsteilnehmern und psychisch angegriffenen Menschen nachweisen. Wichtig sei dabei, aktiv in der Natur zu sein. Ob nun Wandern, Gartenarbeit, Gassi gehen oder Angeln: die Art der Aktivität spielt für die Wirkung keine Rolle. Wohl aber ob ein Gewässer in der Nähe ist, dann ließe sich der positive Effekt noch steigern.

Die Wissenschaftler werteten die Daten aus bestehenden Studien aus. Dabei fanden sie auch heraus, dass eine nur fünfminütige 'grüne' Aktivität ausreicht, um profunde Effekte auf die Stimmung und Selbstbewusstsein zu erzielen. Längere Aufenthalte im Grünen bringen zwar einen Zugewinn für das Wohlbefinden, jedoch nicht mehr so intensiv sind wie in den ersten 5 Minuten. Entsprechend lautet der Rat der Forscher: "Gehetzte Menschen in einer stressigen Umgebung sollten regelmäßig an die frische Luft gehen." Dem ist nichts hinzuzufügen. Quelle: www.wissenschaft.de

  1255 Aufrufe
  0 Kommentare

Entspannte Kerle

Im Magazin der aktuellen ZEIT-Ausgabe (38/2014) geht es um Männer, die auch mal ‚unangestrengt sein dürfen‘ und um ‚Typen, die nicht immer beweisen müssen, wie stark sie sind'. Als Beispiele für diese Art von Lässigkeit werden Topmodel Tony Ward und der ehemalige Tagesthemen-Moderator Ulrich Wickert genannt. Inwieweit ein Model, das sich entspannt ablichten lassen kann, tatsächlich entspannt ist, ist schwer zu beurteilen. Auch der Text zu Ward gibt wenig Hinweise, inwieweit außen und innen übereinstimmen. Überzeugender ist da Wickert, der in dem Interview offenbart, dass er so „wunderbar nichts tun kann“. Und da sind wir wieder beim Thema Müßiggang, worüber ich ja bereits geschrieben habe.

Spannender finde ich die Frage, was das eigentlich sind: entspannte und lässige Kerle? Das ist gar nicht so leicht zu beschreiben. Hier ein paar Annäherungen:

Weiterlesen
  1237 Aufrufe
  0 Kommentare

Besser entscheiden in der Natur

Besser entscheiden in der Natur

Wer lang leben möchte, sollte schon heute mit einem gesundheitsförderlichen Lebensstil beginnen. Allerdings wissen wir aus psychologischen Studien, dass unser Verhalten in allererster Linie von kurzfristigen Konsequenzen gesteuert wird. Den Genuss von Bier und Zigaretten haben wir sofort, die gesundheitlichen Schädigungen ‚zahlen‘ wir erst später.

Nun haben aber niederländische Forscher eine Umgebung ausgemacht, in der wir leichter zukunftsorientiertere Entscheidungen treffen: nämlich die Natur. In einem Experiment betrachteten die Teilnehmer entweder Natur- oder Großstadtbilder und sollten sich danach entscheiden, ob sie sofort 100 € bekommen wollen oder bereit waren, drei Monate Wartezeit in Kauf zu nehmen, um einen höheren Betrag von bis zu 170 € zu erhalten. Die Naturbild-Teilnehmer brauchten eine geringere Belohnung (125 €), um drei Monate zu warten – im Vergleich zu den Großstadtbetrachtern, die erst ab 138 € von der schnellen Belohnung absahen. In einer weiteren Feldstudie spazierten die Teilnehmer entweder wenige Minuten durch einen Wald oder einer Hochhaussiedlung. Auch hier zeigte sich, dass die Waldgänger eher zukunftsorientiertere Entscheidungen trafen.

Weiterlesen
  1269 Aufrufe
  0 Kommentare

Übergang in den Ruhestand II

Heute kommt Teil II zum Thema 'Übergang in den Ruhestand' von Volker Karl Lindenberg

Phasen der Veränderung

Wie wir unseren Arbeitsplatz hinterlassen, so werden uns unsere Kollegen und Kolleginnen in Erinnerung behalten. Hat da jemand einfach "den Griffel fallen lassen" und den Bodensatz von (vielleicht) vielen Jahren Arbeit für die Nachfolgenden einfach liegen lassen? Oder sind Schreibtisch, Werkbank oder Festplatte so aufgeräumt, dass die Arbeit weitergehen kann - wenn es denn vorgesehen ist? Dabei geht es auch um die Frage, mit welchem Gefühl möchte ich meinen Arbeitsplatz verlassen.

Der letzte Arbeitstag und der erste Tag im Ruhestand, diese 48 Stunden, sind absolut einmalig in unserem Leben und verdienen es, gefeiert zu werden. Sollten die Firma oder die Kollegen sich nicht rühren, werde selbst aktiv. Bitte deine Familie oder Freunde sich etwas zu überlegen oder starte genau zu dieser Zeit mit deiner Partnerin in den Kurzurlaub. Egal was es auch sein mag, Hauptsache es unterstreicht dieses besondere Ereignis.Danach kommt erstmal Urlaub! Jedenfalls fühlt es sich für die meisten so an. In der sogenannten Urlaubsphase räumen viele auf: Haus, Keller und Garten, alte Akten, Dias, Bilder usw. Von Dritten meist belächelt hat das Aufräumen aber eine tiefen Sinn. Nebenbei wird Rückschau gehalten, die Spreu vom Weizen getrennt und so Platz für Neues geschaffen. Ansonsten ist Urlaub. Allerdings mit der Besonderheit, dass der Alltag trotzdem bewältigt werden will.

Weiterlesen
  1239 Aufrufe
  0 Kommentare

Müßiggang

In der aktuellen SPIEGEL-Ausgabe (36/2014) geht es in dem Leitartikel "Gegen die Uhr" um das beschleunigte Leben und - wie es im Untertitel heißt – „der hektischen Suche nach einem entschleunigten Leben“. Darüber ist schon oft geschrieben worden, auch gibt es mittlerweile zahlreiche Bücher zu diesem Thema. Hier einige Fakten aus dem Artikel:

die Schrittgeschwindigkeit in den Großstädten hat in den letzten zehn Jahren um 10 % zugenommen.Abitur macht man heute nach acht und nicht mehr nach neun Jahren, den Bachelor-Abschluss gibt es bereits nach vier Jahren Studium.In Folge nimmt die Freizeit ab. Besonders drastisch zeigt sich der Verlust der Eigenzeit bei Familien, die weniger als 3 h täglich miteinander verbringen.Arbeitsverdichtung ist in aller Munde. Von 1991 bis 2006 verbesserte sich die Produktivität je Erwerbstätigenstunde um fast ein Drittel.

Nun könnte man allerdings meinen, dass die gestiegene Produktivität eigentlich Zeit spart, die wir dann mehr zur Verfügung hätten. Paradoxerweise wird in allen Industriegesellschaften aber Zeitnot beklagt. Soziologen erklären dies Phänomen damit, dass mithilfe der optimierten Arbeits- und Alltagsprozesse die Zahl der Handlungsoptionen wächst. Es kann also viel mehr in ein einziges Leben hineingepackt werden. Und das tun wir auch. Aufgrund der Säkularisierung in den westlichen Gesellschaften fehlt die jenseitige Perspektive, so dass das Projekt Lebenserfüllung vor dem Tod erledigt sein muss.

In dem SPIEGEL-Artikel fehlt meiner Meinung nach die Gender-Perspektive. (Viele) Männer lieben Geschwindigkeit und geben – nicht nur beim Autofahren – gerne einmal Gas. Dagegen ist nichts einzuwenden. Wenn aber das ‚Immer mehr – immer schneller’ zum beherrschenden Lebensmotto wird, wird aus der Liebe zur Geschwindigkeit Speed-Sucht. Um im Autobild zu bleiben: es wird vergessen, dass das Auto auch Bremspedal und Kupplung hat. Und man den Wagen auch stehen lassen kann, um z.B. auszusteigen, langsamer zu gehen. Oder Müßiggänger zu werden? Eine Anregung, die auch im SPIEGEL-Artikel nachzulesen ist.

Weiterlesen
Neueste Kommentare
Christian Eichler
Ein stetig wachsendes Problem, welches bereits früh (siehe Filmlink unten) erkannt wurde, jedoch "nie" richtig angegangen wurde. A... Weiterlesen
Donnerstag, 04. September 2014 08:19
Christian Eichler
https://www.youtube.com/watch?v=tD1KNRU4icM
Donnerstag, 04. September 2014 15:09
Johannes Vennen
Der Begriff Müßiggang war mir nicht mehr geläufig. Was mir spontan dazu einfiel war die Aussage meiner Grossmutter (Jahrgang 1892)... Weiterlesen
Montag, 08. September 2014 06:11
  1385 Aufrufe
  3 Kommentare

Übergang in den Ruhestand I

Heute - nach langer Urlaubspause - ein Blog von Volker-Karl Lindenberg. Lindenberg war 12 Jahre Referent im Männerforum der Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland. Seit Herbst 2012 ist er in der Freiphase seiner Altersteilzeit und gibt Vorträge und Seminare zum Thema 'Übergang in den Ruhestand'. In den nächsten Wochen werde ich weitere Beiträge von Lindenberg zu diesem Thema veröffentlichen.

Heute geht es um das Thema 'Nachhall der Lebensarbeitszeit'

Wer sich aus der Arbeitswelt verabschiedet, lässt im wahrsten Sinne des Wortes eine ganz eigene Welt hinter sich. Eine Welt, die uns über Jahrzehnte geprägt hat. Um in ihr zurecht zu kommen, haben wir uns aus- und fortbilden lassen, haben Erfahrungen gesammelt, Kompetenzen erworben und unsere ganz persönliche Art entwickelt, Aufgaben anzugehen und Probleme zu lösen. All dies hat sich in unsere Person eingeschrieben, ist zu einem Teil von uns geworden.

Weiterlesen
  1368 Aufrufe
  0 Kommentare

7 : 1

Ich hatte ja schon nach dem Portugal-Spektakel über das Thema WM-Fußball und seelische Gesundheit gebloggt. Heute ist Tag 1 nach dem 7 : 1-Sieg gegen den fünfmaligen Weltmeister Brasilien. Wer hätte damit gerechnet, dass die Leistung vom Auftaktsieg so deutlich zu steigern ist? Heute geht’s also darum, den Sieg zu genießen und sich für den Moment des Lebens zu freuen.

Mein Mitgefühl gilt aber den Brasilianern. Und damit sind wir schon beim ersten Thema. Der Fernsehreporter Bela Rety erwähne mehrfach, dass für jeden Fußballer Mitleid vom Gegner die Höchststrafe ist. Das Männerbild, das hier transportiert wird, ist natürlich ‚Old-School‘. Nach dem Spiel gab es großartige Gesten des Mitgefühls von unseren Spielern den Brasilianern gegenüber. Das ist nicht ehrenrührig. Großartige und stolze Männer dürfen Mitgefühl zeigen. Und sich auch genauso gerne erlauben, Empfänger von Mitgefühl zu sein. Natürlich bekommt das Bild der aktuellen Spieler Brasiliens deutliche Kratzer. Nur: welcher aktuelle oder historische Held geht und ging kratzerfrei durchs Leben?

Und dann sind ja auch die ‚Weinattacken‘ der brasilianischen Spieler diskutiert worden. In den Kommentaren wurd’s zwar nicht so genannt: aber für mich schwang da immer sowas wie ‚Heulsusen‘ oder ‚zu labil‘ mit. Also wieder ‚Old School‘. Liebe Männer: wenn Ihr emotional deutlich unter Druck steht, ist Weinen eine absolut angemessene Bewältigungsstrategie, um den Druck zu lösen. Als Psychologe hätte ich höchstens mit den Spielern daran gearbeitet, diese Gefühle in der Öffentlichkeit, also im Stadion vor laufenden Kameras, mehr zu kontrollieren. Um genau solche Diskussionen zu vermeiden.

Weiterlesen
  1088 Aufrufe
  0 Kommentare

Nachhaltig verändern

Nachhaltig verändern

Gesundheit hat viel mit Lebensgewohnheiten zu tun. Die sind aber nicht so leicht zu ändern. Nicht umsonst heißt es im Volksmund: ‚Der Mensch ist ein Gewohnheitstier‘. Mit Hilfe welcher Strategien Sie nachhaltige Veränderungen einleiten können, soll es im folgenden Blog gehen.

Veränderungen brauchen Zeit und kosten Kraft. Nur woher nehmen? Hier stellt sich also die Frage der Motivation. Motivierend kann z.B. eine kraftvolle Vision. Oder weniger prosaisch formuliert: wirksame Ziele. Wirksam oder wirkungsorientiert sind Ziele, wenn sie uns zur Umsetzung motivieren, also die Umsetzung wahrscheinlicher machen. Und da bietet die systemische Beratung oder Verhaltenstherapie Kriterien für wirksame Ziele. Ziele sollten – damit sie ihre Wirkung entfalten –möglichst positiv, konkret und attraktiv formuliert sein. Und die Umsetzung sollte allein in Ihrer Verantwortung stehen, also nicht von Dritten abhängig sein.

Weiterlesen
  1296 Aufrufe
  0 Kommentare

Männer, die von sexueller Gewalt betroffen sind

Über die Kieler Informations- und Beratungsstelle für männliche Betroffene von sexueller Gewalt informiert der Diplom-Sozialpädagoge Florian Krampen

Auch Männer sind häufig von sexueller Gewalt betroffen. Unterschiedliche Studien ergeben, dass zwischen 5 und 10 % aller Männer im Laufe ihres Lebens mindestens einmal von sexueller Gewalt betroffen sind, am häufigsten von sexuellem Missbrauch in der Kindheit. Bis heute ist die Betroffenheit von Männern extrem tabuisiert. Die Erfahrung, Opfer von Gewalt zu sein, widerspricht den gesellschaftlichen Rollenerwartungen an einen Mann. Sowohl die Betroffenen als auch deren Umfeld haben es kaum gelernt, darüber zu sprechen und die Täter und Täterinnen bleiben unbehelligt. Gleichzeitig fördert das Schweigen über die sexuellen Übergriffe die gesellschaftliche Abspaltung des Themas, was auch zur Folge hat, dass es nur sehr wenige spezialisierte Beratungsangebote für betroffene Männer gibt.

Seit Juli 2012 besteht in Kiel die Informations- und Beratungsstelle für männliche Betroffene von sexueller Gewalt. Das landesweite Angebot richtet sich an betroffene Männer ab 16 Jahren, deren Angehörige und an professionelle Unterstützer/innen. Die meisten Klienten wurden als Kind sexuell missbraucht und bekommen in der Beratungsstelle häufig erst nach Jahrzehnten erstmals die Gelegenheit, um im geschützten und vertraulichen Rahmen darüber zu sprechen, was vielfach bereits zur erheblichen Entlastung führt. Weiterführender sind jedoch die angestoßenen neuen Verarbeitungswege, um konstruktive Lösungen und einen veränderten Umgang mit Traumafolgen wie Depressionen, Selbstzweifeln, Angst, Suchtverhalten oder Arbeitslosigkeit zu finden. Dazu bietet die Beratungsstelle eine geschlechtsspezifische psychologische Beratung und unterstützt bei der Suche nach geeigneten Therapieplätzen.

Weiterlesen
  1083 Aufrufe
  0 Kommentare

Männlichkeiten und Sucht

Über das Thema bloggt heute Axel Stühlmeyer, Suchtberater in der Kieler Beratungs- und Behandlungsstelle der Evangelischen Stadtmission (Wallstr. 38)

Die Grundprinzipien männlicher Sozialisation sind nach Böhnisch und Winter (1993) weiterhin durch Rationalität, Kontrolle, Körperferne, Stummheit, Gewalt und Externalisierung bestimmt. Die traditionelle männliche Rolle erwartet von einem Mann, dass er sich über seine Leistung definiert; feminine Eigenschaften vermeidet, Abenteuer und Risiken sucht und Schwächen verbirgt (Brannon 1976, Courtenay 2000). Die Auswirkungen der traditionellen Männerrolle in der gegenwärtigen Gesellschaft werden von O`Neil (1932) exemplarisch in folgenden sechs Zwängen der Männerrolle zusammengefasst:

1) das eingeschränkte Gefühlsleben
2) Die Homophobie als eine Angst vor Nähe zu anderen Männern
3) Kontroll-, Macht- und Wettbewerbszwänge
4) Ein gehemmtes sexuelles und affektives Verhalten
5) Die Sucht nach Leistungen und Erfolg
6) Der unsorgsame Umgang mit der eigenen Gesundheit

Weiterlesen
Neueste Kommentare in diesem Beitrag
andreas kölln
Ich finde diese Beschreibung grundsätzlich nicht zuletzt auch durch eigene Erfahrung als absolut zuztreffend! Andreas
Sonntag, 06. Juli 2014 22:27
  1163 Aufrufe
  1 Kommentar

WM-Fußball und seelische Gesundheit

Ein Tag nach dem 4:0-Sieg gegen Portugal kann man hier schon mal die Frage stellen, ob die Fußball-WM förderlich ist für die seelische Gesundheit. Dazu brauche ich jetzt nicht auf den einschlägigen Seiten und Datenbanken im Internet recherchieren. Gehaltvolle Studien wird es zu dieser Frage nicht geben. Das hat für mich den unschlagbaren Vorteil, dass ich als Psychotherapeut umso mehr verwegene und zugleich profunde Thesen zum Thema aufstellen kann.

Bemühen wir zunächst die Depressionsforschung. Dort gibt es eine Theorie zur Entstehung von Depressionen, die sog. Verstärkerverlusttheorie. Die besagt, dass Depressive deshalb verstimmt sind, weil sie zu wenig ‚verstärkende‘ Aktionen umsetzen. Damit sind solche Aktivitäten gemeint, die uns guttun. Und nun macht es sicherlich Klick bei Ihnen. Vielen Männern gefällt WM-Fußball-Schauen. Insofern wirkt das Ganze verstärkend-antidepressiv.

Weiterlesen
  1208 Aufrufe
  0 Kommentare

Männer, die Täter? Frauen, die Opfer?

Heute ein Beitrag von Dr. Peter Döge, der als promovierter Politikwissenschaftler seit Jahren in der Politikberatung und - forschung tätig ist. Dabei hat er sich auch eingehend mit Männern sowie Männlichkeiten beschäftigt und auch zahlreiche Männerseminare durchgeführt.

Was sagt die Männer-Gewaltforschung?

Im März diesen Jahres veröffentlichte die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte eine Studie zur Gewaltbetroffenheit von Frauen – und die Geschlechterwelt schien auch wieder in Ordnung zu sein: denn – wie die Studie zeigt – hat jede dritte Frau jenseits des 15. Lebensjahrs in Europa körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren. Aber was ist mit den Männern? Alle nur Täter und nur Frauen Opfer? Ganz so einfach ist es aber nicht, denn hätte die Agentur – wie es zu Zeiten von Gender-Mainstreaming eigentlich selbstverständlich sein sollte - auch Männer mit in die Studie einbezogen, hätte sich ein viel differenzierteres Bild von Gewalthandeln und Gewaltbetroffenheit gezeigt. Es wäre deutlich geworden, dass – wie zahlreichen Studien der Männergewaltforschung zeigen – auch Männer zu einem nicht unerheblichen Maße Opfer von Gewalthandlungen sind und dass sehr wohl auch Frauen Gewalt ausüben.

Was aber ist eigentlich Gewalt? In der Regel verstehen wir unter Gewalt Handlungen, die sich gegen die körperliche Unversehrtheit eines oder einer anderen richten: also Schläge, wobei körperliche Gewalt umso intensiver und folgenschwerer erscheint, je stärker die Schläge sind. Wird – wie in der feministisch ausgerichteten Gewaltforschung üblich – dieser Gewaltbegriff zugrunde gelegt, sind im Bereich der häuslichen Paargewalt tatsächlich fast ausschließlich Männer die Täter: 75% der schweren physischen Gewalthandlungen werden von ihnen ausgeübt. Werden aber auch leichtere körperliche Gewaltakte berücksichtigt (z.B das Werfen mit Gegenständen oder das Schlagen mit der flachen Hand), stellt sich – wie zahlreiche Studien der sog. „Family Violence“- Forschung insbesondere im anglo-amerikanischen Raum gezeigt haben - schon fast eine Gleichheit der Geschlechter im Hinblick auf das Gewalthandeln ein: „Ohrfeigen“ beispielsweise werden zu gleichen Teilen von Frauen und Männern verteilt.

Weiterlesen
  1106 Aufrufe
  0 Kommentare

Was Bewegung Gutes bewegen kann

Von Prof. Weisser haben wir ja nun erfahren, dass Übergewichtige selbst dann von Ausdauer und Fitness profitieren, wenn sie nicht abnehmen wollen oder können. Ob groß oder klein, dick oder dünn: Ausdauer und Bewegung tut allen gut. Prof. Frank Sommer und Michael Schophaus beschreiben in ihrem Männergesundheitsbuch die segensreichen Wirkungen von Bewegung und Fitness. Hier die Highlights:

Bewegung stärkt das Immunsystem, Muskeln, Sehnen, Bindegewege und SelbstbewusstseinBewegung verringert das Risiko von Darm- und Prostatakrebs, einer Herzerkrankung, von Bluthochdruck, eines frühzeitigen Todes durch Schlaganfall und von KnochenschwundBewegung reduziert Gewicht, Angstzustände und DepressionenBewegung stimuliert Fettstoffwechsel, den Anstieg der guten HDL-Cholesterinwerte und HormonproduktionBewegung senkt die schlechten und gefährlichen LDL-Cholesterinwerte und die Anfälligkeit für InfektionenBewgung verbessert die Durchblutung der Organe, das Kurzzeitgedächtnis, Libido und Sexualität, die Bewältigung von Stresssituationen und die allgemeine LeistungsfähigkeitBewegung erhöht die maximale Sauerstoffaufnahme und LebensqualitätBewegung sichert einen unabhängigen Lebensstil bis ins hohe Alter

Und jetzt sind Sie dran! Welche Gründe brauchen Sie noch, um fitter zu werden?

Quelle und Buchempfehlung: Steh Deinen Mann. Die besten Tipps für Gesundheit, Glück und Sex von Frank Sommer und Michael Schophaus

  1278 Aufrufe
  0 Kommentare

Fit und fett?

Heute ein Blog von Prof. Dr. Burkhard Weisser, einer der Hauptreferenten auf dem 1. Schleswig-Holsteiniischen Männergesundheitstag und Sportmediziner am Institut für Sportwissenschaft an der Christian-Albrecht-Universität Kiel

 

Unbestritten ist, dass lebenslang Normalgewichtige die beste Gesundheitsprognose aufweisen. Sollte es also auch selbstverständlich sein, dass wir allen Übergewichtigen eine Gewichtsabnahme dringend empfehlen?

Weiterlesen
  1342 Aufrufe
  0 Kommentare

Pendelnde Männer

Mit Pendeln ist nicht eine esoterische Technik, sondern der Weg zur Arbeit gemeint. In der ZEIT-Ausgabe Nr. 22/2014 wurden ausführlich die gesundheitlichen Auswirkungen des Pendelns beschrieben. In Deutschland verlassen mittlerweile 17 Millionen Menschen die Gemeindegrenze, um zu ihrer Arbeit zu fahren. Davon sind etwa die Hälfte eine Stunde und länger unterwegs zzgl. eine Millionen Wochenendpendler - Freiberufler und Selbständige nicht eingerechnet. Es gibt mittlerweile zahlreiche Studien, die die gesundheitlichen Belastungen des Pendelns nachgewiesen haben. Wegen Zeitmangel ernähren sich Pendler schlechter, gehen seltener zum Arzt und sind sozial nicht so gut vernetzt wie ihre nicht-pendelnden Kollegen. Selbst die Scheidungsrate ist bei ihnen um 40 % erhöht. Amerikanischen Studien zufolge sind Pendler mit mehr als 45 Minuten Arbeitsweg je Strecke häufiger erkältet, psychisch belastet und leider mehr unter Nacken- und Rückenschmerzen.

Bislang gibt es wenig präventive Angebote für Pendler. SAP-Mitarbeiter haben eine App entwickelt, um Pendler zu Fahrgemeinschaften zusammenzuführen. Arbeitspychologen regen an, dass in Betrieben für Pendler die Möglichkeit geschaffen wird, die Arbeitszeiten nach der Rushhour zu verlegen. Dazu zählt auch, dass Meetings erst nach den Verkehrsspitzen anberaumt werden. Zudem wird die Abkehr vom Präsentismus empfohlen, d.h. den Pendlern, sofern möglich, auch ein oder zwei Arbeitstage in der Woche Home-Office zu erlauben. Pendler sollten, so der Rat der Psychologen, bei ihrer Terminorganisation Zugverspätungen oder Verkehrsbehinderungen einplanen, weil sonst ein Stresspegel wie bei Fallschirmspringer und Kampfjetpiloten möglich ist.

  1050 Aufrufe
  0 Kommentare

Väter im Kreißsaal

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Report Psychologie ist ein Interview mit Prof. Dr. Kirsten von Sydow nachzulesen, die im Rahmen einer Hamburger Elternschaftsstudie ausgewertet hat, was werdende Väter bewegt, wenn sie ihre Frauen bei der Geburt im Kreißsaal beigestanden haben. Mittlerweile unterstützen über 80 % der Väter ihre Frauen bei der Geburt. Dies allerdings – so die Professorin - nicht immer ganz freiwillig, da mittlerweile der soziale Druck bei der Geburt mit dabei zu sein, enorm hoch sei. So berichteten die befragten Männer, dass sie insbesondere von ihren Ehefrauen und Hebammen eine entsprechende Erwartung wahrnehmen würden. Gemischt war dann auch vor und bei der Geburt bei vielen Männern die Gefühlslage. Auszuhalten dass die Frau über Stunden schwere Schmerzen habe und bei Geburtskomplikationen von ihnen 'nicht gerettet werden' könne, sei für viele Männer außerordentlich schwierig. Reduzieren ließe sich der Stress durch eine geschlechtergetrennte Vorbereitung. So gebe es in Hamburg eine Klinik, wo ein männlicher Frauenarzt die zukünftigen Väter auf die Geburt vorbereiten würde. Hier zeige sich, dass es für die meisten Männer leichter sein, einem männlichen Experten Fragen zu stellen.

Allerdings bleibt auch dann die Geburt eine blutige Angelegenheit und nicht jeder Mann kann gut Blut sehen. Sydow plädiert in dem Interview dafür, dass sich Männer, die in der Vorgeschichte mit Gewalt, Krankheit und Unfällen belastet sind, eher gegen ein Dabeisein entscheiden sollten.

Ich finde, dass auch ohne belastende Vorgeschichte jeder Mann das Recht hat, nicht bei der Geburt präsent zu sein. Echte Kerle stehen ihren Mann? Na klar – dann stehen sie eben dazu, wenn sie irgendwo - z.B. im Kreißsaal - ihren Mann nicht stehen wollen.

  1068 Aufrufe
  0 Kommentare

Der Mann, sein Chef und die "TOP 3"

Heute ein Artikel vom Bremer Facharzt für Arbeitsmedizin Dr. med Peter Kölln, der Firmen im Bereich betriebliches Gesundheitsmanagement für Männer berät. (Weitere Infos unter www.maenner-im-betrieb.de )

Männer und ihre Chefs haben eine besondere Beziehung. Die hatte ich auch immer. Heute erzähle ich mal ein wenig von mir. Bis zu meiner Selbstständigkeit durfte ich vier Chefs kennen lernen. Der erste war hart aber fair und wie ein Vater für die Abteilung. Der zweite war lasch und ohne Rückgrat. Der dritte hatte Rückgrat und auch Führungskompetenz. Der vierte fühlte sich nicht als Chef und teilte dies mir bereits an meinem dritten Arbeitstag mit. Von daher kann ich da ein wenig mitreden. Selbst war ich noch nie Chef, habe aber Erfahrung in der Patientenführung sammeln können. Diese vergleiche ich gerne miteinander, da sie mehr Gemeinsamkeiten haben, als man denkt.

Weiterlesen
  1126 Aufrufe
  0 Kommentare

Leistung und Entspannung

Heute ein Beitrag von Dr. Reinhard Winter, Leiter vom Sozialwissenschaftlichen Institut Tübingen (SOWIT) und Autor zahlreicher Publikationen.

Wie fühlt es sich an, männlich und gesund zu sein? Das Modell der „balancierten Männergesundheit“ will darauf Antworten geben. Es arbeitet mit verschiedenen Aspekten des Männerlebens, die einander bedingen, nützen und fördern: so z.B. die Aspekte „Leistung“ und „Entspannung“. Das Balance-Verständnis ist nicht statisch, sondern funktioniert mehr wie eine Wippe. Ziel ist es, eine Sensibilität dafür zu entwickeln, wann es wichtig wird, den jeweiligen Gegenspieler zu akzentuieren, zu stärken oder sie weiter zu entwickeln.

Wie kann das am Beispiel der Leistungs-Entspannungs-Balance aussehen? Leistung meint das produktive Nützen von Kräften und Energien, von Fähigkeiten und Fertigkeiten, das Ausnutzen der eigenen Leistungsfähigkeit. Die Lust am Leisten gehört genauso dazu, wie auch der Stolz auf Gelungenes. Leistung heißt, mit seinen Ideen oder Leidenschaften etwas zu Wege zu bringen, also nicht nur Erwerbsarbeit, sondern viel grundsätzlicher: das Produktivsein für sich selbst und für sein soziales Umfeld. Ungesund wird Leistung, wenn sie ausschließlich oder zu stark betont wird. Um längerfristig leistungsfähig zu sein oder zu werden (!) ist der Aspekt der Entspannung notwendig, also die Fähigkeit, sich zu erholen: im Einfach-so-Sein, Genießen, das Lösen muskulärer und mentaler Anspannungen. Diese Entspannung meint also nicht (nur) leistungsorientierte Erholung (z.B. im Sport), auch nicht konsumierendes „Ablaschen“ (Fernsehen, Chips, Bier). Entspannung entfaltet sich in der Kunst des Nichtstuns, spürbar darin, dass sie zu neuer Anstrengung motiviert und befähigt.

Weiterlesen
  1367 Aufrufe
  0 Kommentare

Risiken und Nebenwirkungen von Psychotherapie

Psychotherapie wirkt. In Überblicksstudien geht man von einer Effektstärke von 0,88 aus. Bei der Effektstärke handelt sich um ein Maß für die Wirksamkeit einer medizinischen oder psychotherapeutischen Maßnahme. 0,88 steht dabei für eine sehr wirksame Maßnahme. Zum Vergleich: Bypass-Operationen haben einen Wert von 0,8. Rein statistisch gesehen ist für jeden Patienten die Wahrscheinlichkeit also hoch, dass es ihm innerhalb weniger Monate spürbar besser geht (s. auch in diesem Beitrag der Bundespsychotherapeutenkammer).

Allerdings: auch Psychotherapie hat Nebenwirkungen. Diese sind aber bislang weniger erforscht. Ersten Studien zufolge verschlechtert sich bei etwa jedem zehnten Patienten das Befinden während der Therapie. Die Befundlage, wie hoch der Anteil der Patienten ist, bei dem sich der Zustand wederverschlechtert noch verbessert, ist unklar Es ist wichtig, dass Sie Ihrem Therapeuten mitteilen, falls Sie sich in der Therapie schlechter fühlen oder keine Fortschritte wahrnehmen. Ihr Therapeut kann dann die Therapie entsprechend anpassen oder ggf. begleitende Hilfen einleiten. Ein Sonderfall sind Befindensverschlechterungen zu Beginn der Therapie. Die kommen einerseits oft vor, sind aber andererseits kein Anzeichen dafür, dass etwas nicht gut läuft – ganz im Gegenteil: In der Regel werden in der Psychotherapie Dinge besprochen, die der Patient noch nie jemandem anvertraut hat. Zudem gehört zur Therapie die Auseinandersetzung mit den eigenen, ungeliebten Seiten. Krisenhafte Entwicklungen sind dann möglich, diese werden aber gezielt therapeutisch genutzt, um Strategien zu lernen, anders mit emotionalem Stress umzugehen.

Weiterlesen
  1560 Aufrufe
  0 Kommentare

Tipps & Tricks für seelische Fitness!

1. Lernen Sie ein Entspannungsverfahren! Egal ob Yoga, autogenes Training oder Zen-Meditation:
wer eine Entspannungsmethode beherrscht, lernt die körperlichen Stress-Reaktionen zu
kontrollieren. Der erste Schritt, um gelassener zu werden. Übrigens: Sie können auch anfangen zu
singen. Ob im Chor, unter der Dusche oder beim Radio hören. Menschen, die regelmäßig singen,
leben nachgewiesenermaßen entspannter und zufriedener.

2. Akzeptieren Sie – zunächst einmal – den Stress. Manche haben ein Problem mit dem Problem.
Der Stress stresst zusätzlich, wenn er nicht sein darf - weil man die Kontrolle verliert, andere die
eigene Souveränität anzweifeln würden oder – vorübergehende - Lösungslosigkeit nur schwer zu
ertragen ist. Aber: objektiver Stress lässt sich besser bewältigen, wenn ich ihn subjektiv nicht
vergrößer.

Weiterlesen
  1523 Aufrufe
  0 Kommentare