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Sieben Jahre länger leben

Nach einer Studie des Max-Planck-Institut für demographische Forschung in Rostock bedarf es nicht viel, um durchschnittlich sieben Jahre länger zu leben: sie dürfen zwar übergewichtig aber nicht adipös werden (Body-Mass-Index < 30). Sie sollten nicht rauchen und nur mäßig Alkohol konsumieren (weniger als 14 alkoholische Getränke in der Woche).

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TV-Hinweis

Heute mal eine TV-Empfehlung. Zu den Effekten von Natur auf Psyche und Körper hatte ich ja schon gebloggt. In der Scobel-Doku heute Abend um 20:15 auf 3Sat geht es um Waldmedizin. Also inwieweit wir durch Aktivitäten und Aufenthalten im Wald etwas für unsere Gesundheit tun können. Zu der präventiven Wirkung von Waldaktivitäten gibt es mittlerweile zahlreiche wissenschaftliche Studien. Es gibt sogar Hinweise auf eine krebspräventive Wirkung.

Sollten Sie Sendung heute Abend nicht sehen können, wird sich der Beitrag sicherlich noch eine Weile in der Mediathek befinden. 

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Wer zu früh kommt

Von Gorbatschow wissen wir ja, dass das Leben denjenigen bestraft, der zu spät kommt. Zu früh sexuell zu kommen, kann auch sehr nachteilige Folgen haben. 'Den bestraft die Ehefrau', meinte der Kieler Sexualmediziner Prof. Bosinski in seinem Vortrag 'Die Last mit der Lust', den er an 17.11.2016 im Café Fährhaus in Büdelsdorf hielt. Bosinski war der fünfte Referent im Rahmen der Vortragsreihe Männergesundheit, die die BKK Atlas Ahlmann innerhalb des Projekts 'Gesund am NOK' organisiert hatte. Überrascht hatte mich in dem interessanten und faktenreichen Vortrag, wie oft die Ejaculatio Praecox, also der vorzeitiger Samenerguss, vorkommt. Altersübergreifend ist fast jeder dritte Mann davon betroffen. Bosinski sprach in diesem Zusammenhang von dem best gehüteten Geheimnis der Männer. Allerdings leiden nur 15 % darunter und davon etwa die Hälfte (7,5 %) sucht ärztliche Hilfe.

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Geht uns der Fußball zu sehr zu Herzen?

Am Freitag beginnt die Fußball-EM. Während der WM 2014 hatte ich ja schon geschrieben, wie sehr Fußball schauen der Männerseele gut tut. In der ZEIT-Ausgabe 23/2016 ist allerdings nachzulesen, dass es beim Sommermärchen 2006 während des Elfmeterschießens gegen Argentinien viermal so viele Aufnahmen wegen Herznotfällen in Deutschen Krankenhäuser gab. Oha! Heißt das, dass Mann aus einer kardiologischen Perspektive lieber die Finger vom EM-Fußball lassen sollte?

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Kuscheln auf Rezept

Unsere Kuschelneigung scheint nicht besonders ausgeprägt zu sein. Mittlerweile gibt es 41 % Single-Haushalte. Fernbeziehungen nehmen zu. Und selbst wenn Paare zusammen leben, dann berühren sie sich im Alltag immer seltener. Manche Paare umarmen sich kaum noch. Das haben Studien nachgewiesen.

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Autofahren und Alter

In der ZEIT-Ausgabe 27/2015 packten die Autoren ein 'heißes' Eisen an: es ging in dem Dossier-Artikel um das Unfallrisiko von älteren Autofahrern. Hier einige Fakten aus dem Artikel:

  • 40 % der älteren Autofahrer braucht eine stärkere Brille.
  • Der Anteil von älteren Verkehrsteilnehmern (76 - 80 Jahren) mit Führerschein ist in den letzten Jahrzehnten von unter 20 % (1976) auf über 70 % (2008) gestiegen.
  • Bei Pkw-Unfällen mit Personenschäden sind die über 75-jährigen zu 75,5 % der Fälle Hauptverursacher. Ähnlich schlechte Werte haben nur die jüngsten Fahrer (18-21 Jahre): nämlich knapp über 70 %.
  • Der Anteil von Menschen über 65 Jahren an der Gesamtbevölkerung beträgt 21 %. Sie sind nur zu 14 % aller Unfälle mit Personenschäden verantwortlich. Was diese Zahl vom statistischen Bundesamt jedoch vernachlässigt ist, dass Senioren kürzere Strecken fahren und insofern ihr Unfallrisiko je Kilometer besonders hoch ist.
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Hermann Tapper
Passend hierzu ein Erlebnis, das ich gestern mit meinem Sohn Hauke an einer belebten Kreuzung in Oldenburg hatte. Auf dem Weg zum ... Weiterlesen
Mittwoch, 02. September 2015 09:46
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7 Wochen ohne

7 Wochen ohne lautet die jährliche Fastenaktion der evangelischen Kirche. Das diesjährige Motto ist ‚Du bist schön. Sieben Wochen ohne Runtermachen‘. Dabei geht es darum, sich selbst wohlwollender zu betrachten und sich nicht – so die Initiatoren - von der „ästhetischen Perfektion des bunten Warenkosmos“ unter Druck setzen zu lassen.

7 Wochen ohne Runtermachen – das wär ein tolles Motto auch für zahlreiche meiner Patientinnen und Patienten. Zwar sind tendenziell eher Frauen im Vergleich zu uns Männern unzufriedener mit ihrem Äußeren. Allerdings stelle ich fest, dass sich hier die Geschlechter angleichen. Emanzipation heißt manchmal auch, die Unarten vom anderen Geschlecht zu übernehmen. Gerade jüngere Patienten hängen das Thema körperliche Attraktivität mittlerweile genauso hoch wie meine Patientinnen. Schönheit ist dann nicht Kür, sondern Pflicht.

Genau deswegen begrüße ich die Fasten-Aktion. 7 Wochen nicht skeptisch in den Spiegel zu schauen. Sich selbst neu zu entdecken jenseits übertriebener Schönheitsideale. Zu sich sagen zu können ‚Du bist schön – körperlich wie seelisch‘. Das könnten doch ganz wunderbare Wochen werden – auch wenn Sie nicht an Gott oder die Kirche glauben.

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Gesünder durch mäßigen Alkoholkonsum?

Es gibt mittlerweile mehrere Studien, die eine gesundheitsförderliche Wirkung von mäßigem Alkoholkonsum nachgewiesen haben. Die Befunde werden nun in Frage gestellt. Britische Wissenschaftler haben diese Untersuchungen nochmals analysiert und statistische Unzulänglichkeiten festgestellt.  Zum einen sei in den Untersuchungen nicht überprüft worden, ob auch andere Effekte, z.B. eine gesunde Ernährung, den Unterschied zwischen mäßigen Konsumenten und Nicht-Trinkern erklärt. Zum anderen gehörten zur letzten Gruppe abstinente Alkoholiker, deren Gesundheitsstatus durch den früheren hohen Konsum evtl. beeinträchtigt ist. Insofern würde diese Gruppe den Durchschnittswert bei den Nichttrinkern ‚verhageln‘.

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Sex und Leistungssport

Während der Fußball-WM haben einige Trainer ihren Fußballern Sex vor den Spielen verboten. Darüber wurde oft geschmunzelt. Aber wie ist die Befundlage zum Thema Sex und Leistungssport? Tatsächlich gibt es Studien, die nahelegen, dass man etwa 48 Stunden vor einem Wettbewerb auf Sex verzichten sollte. Ansonsten leiden Konzentration, Aggressivität und Sprintschnelligkeit – bei Fußballern zudem die Zweikampfstärke, wenn der Intimverkehr vier Stunden vor dem Spiel stattfand. Dieser Zusammenhang konnte neben Fußball bei Kampfsportdisziplinen, Sprint und Kugelstoßen nachgewiesen werden. Es gibt aber auch Ausnahmen von der Regel: positiv wirkt sich sexuelle Aktivität vor dem Wettkampf bei Konzentrationssportarten wie Bogen- oder Pistolenschießen aus.

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Mann und Gesundheit

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Mythen in der Medizin II

Heute folgt Teil II zu den medizinischen Märchen.

11. Kinder, die Kinderkrankheiten wie Masern durchmachen, haben ein besser geschultes Immunsystem.
Ein gern gehörtes Argument von ‚Impfmuffel‘. Belegen aber lässt sich ein solcher Zusammenhang nicht. Unser Immunsystem kann nicht unterscheiden zwischen einem ‚natürlichen‘ Masernvirus oder ein abgeschwächtes Impfvirus. In beiden Fällen baut er eine Abwehr gegen zukünftige Infektionen auf. Zu unterschätzen ist bei Masern erkrankten Kindern aber nicht die Gefahr einer Lungen- oder Gehirnentzündung (Enzephalitis).
12. Krebsfrüherkennung rettet viele Leben.
Ein heikler Punkt, der aktuell in der Brustkrebs-Früherkennung diskutiert wird. Selbstverständlich gilt das Prinzip, dass ein Krebs umso besser behandelt werden kann, je früher er erkannt wird. Einerseits erkennt die Mammographie zwar einige Tumore. Doch oft ist nicht sicher, ob die Geschwülste gut- oder bösartig sind. Es kommt häufig zu Fehlalarmen (sog. falsch-positiven Befunden), die nicht nur Stress auslösen, sondern sogar schaden können, zum Beispiel im Falle von Biopsien oder wenn sinnlose Operationen durchgeführt werden. Zusätzlich wird der Körper durch die Röntgenstrahlung bei der Mammographie belastet.
13. Rotz in der Nase darf man nicht hochziehen.
Jetzt wird's ein wenig eklig. Durch das Hochziehen wird ein Unterdruck in der Nase erzeugt, der auch den Schleim aus den Nasen Nebenhöhlen befreit. Den darf man dann getrost herunter schlucken: unser Magen wird damit schon fertig.

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Mythen in der Medizin I

In der vorletzten ZEIT-Ausgabe wurden die 20 wichtigsten Medizin-Mythen vorgestellt. Die möchte ich Ihnen natürlich auch nicht vorenthalten. Heute beginne ich mit den ersten zehn Märchen. 1. Hände nach jedem Toilettengang desinfizieren. Ist nicht nötig, weil mit der Desinfektion nicht nur die gefährlichen sondern auch die nützlichen, die Haut schützenden Bakterien abgetötet werden. Außerdem trocknet die Haut zusätzlich aus. Es reicht vollkommen, die Hände mit handelsüblicher Seife zu waschen. 2. Der keimbelastetste Ort ist die Toilette. Frühstücken sollten sie gewiss nicht auf der Toilette. Aber die Keimbelastung auf der durchschnittlichen Klobrille ist deutlich geringer als die in der Küchenspüle oder auf der Computertastatur. Auch wenn es kaum zu glauben ist: man kann sich ganz beruhigt auf fremde Klobrillen setzen. 3. Man muss mindestens 3 l Wasser am Tag trinken. Muss man nicht, denn der Körper meldet sich schon, wenn er etwas Flüssiges benötigt, indem er Durst entwickelt. Nur alte Menschen sollten zum Trinken animiert werden, weil ihre Durstempfinden im Alter nachlässt. Diesem Punkt möchte ich widersprechen. Ich würde jedem empfehlen, mithilfe von Trinkritualen 1,5 bis 2 l Flüssigkeit zu sich nehmen. Denn dann habe im Alter ich ein solches Ritual schon ‚drauf‘. 4. Testosteron macht Männer aggressiv. Stimmt so nicht. Darauf gehe ich an dieser Stelle nicht ein, weil schon im Testosteron-Blog beschrieben. 5. Lesen bei schwachem Licht schadet den Augen. Stimmt so auch nicht. Das Lesen bei schwachem Licht wird nur anstrengender.

6. Cholesterin ist böse. Cholesterin wird vom Körper selbst hergestellt. Wir brauchen das Hormon beispielsweise für den Zellaufbau. Wir müssen zwischen dem HDL- und LDL-Cholesterin unterscheiden. Nur zu viel LDL erhöht das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Allerdings ist dieser Zusammenhang deutlich schwächer als bisher gedacht. So hat z.B. eine familiäre Vorbelastung einen deutlich stärkeren Einfluss auf das Herzinfarktrisiko. 7. Der Körper muss regelmäßig entschlackt werden. Eine Mär, die gerne in Fasten-Ratgebern und Frauenjournalen wiederholt wird. So etwas wie ‚Schlacken‘ setzen sich nicht im Körper fest. Für eine ausreichende Entgiftung sorgen schon Leber und Niere. Fasten hilft mehr der Seele und auch dem Körper, wenn wir weniger wiegen. 8. Ein Kind sollte möglichst lange gestillt werden. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 4-6 Monate volles Stillen. Längeres Stillen soll angeblich Allergien vorbeugen. Es gibt jedoch erste Studien, die das genaue Gegenteil nahe legen. Wird ein Kind länger als vier Monate mit Muttermilch ausschließlich ernährt, kommt der Magen-Darm-Trakt nicht mit fremden Stoffen in Berührung, so dass das Immunsystem nicht lernt, mit diesen umzugehen. Die Befundlage zum längeren Stillen ist aber noch unklar. 9. Vor dem Sport sollte man sich dehnen. Aufwärmen ja, dehnen nein. So könnte man die Befunde in der Sportwissenschaft zusammenfassen. Dehn-Übungen reduzieren die Spannungen in Muskeln und damit seine Leistungsfähigkeit. 10. Nächtliche Mahlzeiten machen besonders dick. Auch hier gibt es keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege. Einer schwedischen Studie zufolge essen übergewichtige Frauen öfter abends und in der Nacht. Allerdings stellt sich hier die Frage der Kausalität: sind die Frauen adipös, weil sie abends essen? Oder essen sie abends, weil sie adipös sind? Das können diese wie auch andere Studien nicht belegen.

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Ergänzungen zum Königshormon

Heute noch zwei Ergänzungen zum letzten Beitrag, wie Sie Ihr Königshormon pushen können: Führen Sie ein sexuell aktives Leben! Sexuell rege Männer haben einen doppelt so hohen Testosteronspiegel wie weniger aktive Kerle. Das gilt selbst für 70jährige. Die hormonelle Wirkung von regelmäßigem Sex lässt sich am besten mit dem Prinzip 'Use it or loose it' beschreiben. Selbst Ihre Partnerin profitiert davon: Sex unterstützt die Östrogenbildung und hält Ihre Frau fit und schön.

Über die Wirkung von Sport auf Ihre Gesundheit hab ich an anderer Stelle schon geschrieben. Kurze Ausdauereinheiten und Kraftsport erhalten aber nicht nur Ihre Gesundheit, sondern fördert auch die Testosteronproduktion.

Quelle: Frank Sommer 'Warum Frauen Pornos mögen und Männer einen G-Punkt haben".

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Wissenswertes über's Testosteron

Über unser Männerhormon werden Sie sicherlich schon einiges wissen. Im heutigen Blog werden Sie weniger Bekanntes erfahren. Bekannt sein dürfte, dass uns das Testosteron rein biologisch zum Manne macht. Penis, Hoden, Körperbehaarung, Bart, unsere im Vergleich zu Frauen größere Muskelmasse wären ohne dieses Hormon nicht denkbar. Ein hoher Testosteronspiegel erhöht zudem die Produktion von roten Blutkörperchen und befördert die Lust (Libido). Aber auch Ausdauer, Antrieb und Lebenslust ganz allgemein.

Ein hoher Testosteronwert steigert überdies dominante und aggressive Verhaltensweisen - zumindest bei Tieren. Studien zufolge gibt es bei Menschen nur einen schwach positiven Zusammenhang zwischen Testosteron und Aggressivität. Stärker ist der Zusammenhang, wenn ein hoher Testosteronspiegel gepaart ist mit einem niedrigen Cortisol-Spiegel, einem sog. Stresshormon.

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7 : 1

Ich hatte ja schon nach dem Portugal-Spektakel über das Thema WM-Fußball und seelische Gesundheit gebloggt. Heute ist Tag 1 nach dem 7 : 1-Sieg gegen den fünfmaligen Weltmeister Brasilien. Wer hätte damit gerechnet, dass die Leistung vom Auftaktsieg so deutlich zu steigern ist? Heute geht’s also darum, den Sieg zu genießen und sich für den Moment des Lebens zu freuen.

Mein Mitgefühl gilt aber den Brasilianern. Und damit sind wir schon beim ersten Thema. Der Fernsehreporter Bela Rety erwähne mehrfach, dass für jeden Fußballer Mitleid vom Gegner die Höchststrafe ist. Das Männerbild, das hier transportiert wird, ist natürlich ‚Old-School‘. Nach dem Spiel gab es großartige Gesten des Mitgefühls von unseren Spielern den Brasilianern gegenüber. Das ist nicht ehrenrührig. Großartige und stolze Männer dürfen Mitgefühl zeigen. Und sich auch genauso gerne erlauben, Empfänger von Mitgefühl zu sein. Natürlich bekommt das Bild der aktuellen Spieler Brasiliens deutliche Kratzer. Nur: welcher aktuelle oder historische Held geht und ging kratzerfrei durchs Leben?

Und dann sind ja auch die ‚Weinattacken‘ der brasilianischen Spieler diskutiert worden. In den Kommentaren wurd’s zwar nicht so genannt: aber für mich schwang da immer sowas wie ‚Heulsusen‘ oder ‚zu labil‘ mit. Also wieder ‚Old School‘. Liebe Männer: wenn Ihr emotional deutlich unter Druck steht, ist Weinen eine absolut angemessene Bewältigungsstrategie, um den Druck zu lösen. Als Psychologe hätte ich höchstens mit den Spielern daran gearbeitet, diese Gefühle in der Öffentlichkeit, also im Stadion vor laufenden Kameras, mehr zu kontrollieren. Um genau solche Diskussionen zu vermeiden.

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WM-Fußball und seelische Gesundheit

Ein Tag nach dem 4:0-Sieg gegen Portugal kann man hier schon mal die Frage stellen, ob die Fußball-WM förderlich ist für die seelische Gesundheit. Dazu brauche ich jetzt nicht auf den einschlägigen Seiten und Datenbanken im Internet recherchieren. Gehaltvolle Studien wird es zu dieser Frage nicht geben. Das hat für mich den unschlagbaren Vorteil, dass ich als Psychotherapeut umso mehr verwegene und zugleich profunde Thesen zum Thema aufstellen kann.

Bemühen wir zunächst die Depressionsforschung. Dort gibt es eine Theorie zur Entstehung von Depressionen, die sog. Verstärkerverlusttheorie. Die besagt, dass Depressive deshalb verstimmt sind, weil sie zu wenig ‚verstärkende‘ Aktionen umsetzen. Damit sind solche Aktivitäten gemeint, die uns guttun. Und nun macht es sicherlich Klick bei Ihnen. Vielen Männern gefällt WM-Fußball-Schauen. Insofern wirkt das Ganze verstärkend-antidepressiv.

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Pendelnde Männer

Mit Pendeln ist nicht eine esoterische Technik, sondern der Weg zur Arbeit gemeint. In der ZEIT-Ausgabe Nr. 22/2014 wurden ausführlich die gesundheitlichen Auswirkungen des Pendelns beschrieben. In Deutschland verlassen mittlerweile 17 Millionen Menschen die Gemeindegrenze, um zu ihrer Arbeit zu fahren. Davon sind etwa die Hälfte eine Stunde und länger unterwegs zzgl. eine Millionen Wochenendpendler - Freiberufler und Selbständige nicht eingerechnet. Es gibt mittlerweile zahlreiche Studien, die die gesundheitlichen Belastungen des Pendelns nachgewiesen haben. Wegen Zeitmangel ernähren sich Pendler schlechter, gehen seltener zum Arzt und sind sozial nicht so gut vernetzt wie ihre nicht-pendelnden Kollegen. Selbst die Scheidungsrate ist bei ihnen um 40 % erhöht. Amerikanischen Studien zufolge sind Pendler mit mehr als 45 Minuten Arbeitsweg je Strecke häufiger erkältet, psychisch belastet und leider mehr unter Nacken- und Rückenschmerzen.

Bislang gibt es wenig präventive Angebote für Pendler. SAP-Mitarbeiter haben eine App entwickelt, um Pendler zu Fahrgemeinschaften zusammenzuführen. Arbeitspychologen regen an, dass in Betrieben für Pendler die Möglichkeit geschaffen wird, die Arbeitszeiten nach der Rushhour zu verlegen. Dazu zählt auch, dass Meetings erst nach den Verkehrsspitzen anberaumt werden. Zudem wird die Abkehr vom Präsentismus empfohlen, d.h. den Pendlern, sofern möglich, auch ein oder zwei Arbeitstage in der Woche Home-Office zu erlauben. Pendler sollten, so der Rat der Psychologen, bei ihrer Terminorganisation Zugverspätungen oder Verkehrsbehinderungen einplanen, weil sonst ein Stresspegel wie bei Fallschirmspringer und Kampfjetpiloten möglich ist.

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