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Mythen in der Medizin I

In der vorletzten ZEIT-Ausgabe wurden die 20 wichtigsten Medizin-Mythen vorgestellt. Die möchte ich Ihnen natürlich auch nicht vorenthalten. Heute beginne ich mit den ersten zehn Märchen.
1. Hände nach jedem Toilettengang desinfizieren.
Ist nicht nötig, weil mit der Desinfektion nicht nur die gefährlichen sondern auch die nützlichen, die Haut schützenden Bakterien abgetötet werden. Außerdem trocknet die Haut zusätzlich aus. Es reicht vollkommen, die Hände mit handelsüblicher Seife zu waschen.
2. Der keimbelastetste Ort ist die Toilette.
Frühstücken sollten sie gewiss nicht auf der Toilette. Aber die Keimbelastung auf der durchschnittlichen Klobrille ist deutlich geringer als die in der Küchenspüle oder auf der Computertastatur. Auch wenn es kaum zu glauben ist: man kann sich ganz beruhigt auf fremde Klobrillen setzen.
3. Man muss mindestens 3 l Wasser am Tag trinken.
Muss man nicht, denn der Körper meldet sich schon, wenn er etwas Flüssiges benötigt, indem er Durst entwickelt. Nur alte Menschen sollten zum Trinken animiert werden, weil ihre Durstempfinden im Alter nachlässt. Diesem Punkt möchte ich widersprechen. Ich würde jedem empfehlen, mithilfe von Trinkritualen 1,5 bis 2 l Flüssigkeit zu sich nehmen. Denn dann habe im Alter ich ein solches Ritual schon ‚drauf‘.
4. Testosteron macht Männer aggressiv.
Stimmt so nicht. Darauf gehe ich an dieser Stelle nicht ein, weil schon im Testosteron-Blog beschrieben.
5. Lesen bei schwachem Licht schadet den Augen. Stimmt so auch nicht. Das Lesen bei schwachem Licht wird nur anstrengender.


6. Cholesterin ist böse.
Cholesterin wird vom Körper selbst hergestellt. Wir brauchen das Hormon beispielsweise für den Zellaufbau. Wir müssen zwischen dem HDL- und LDL-Cholesterin unterscheiden. Nur zu viel LDL erhöht das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Allerdings ist dieser Zusammenhang deutlich schwächer als bisher gedacht. So hat z.B. eine familiäre Vorbelastung einen deutlich stärkeren Einfluss auf das Herzinfarktrisiko.
7. Der Körper muss regelmäßig entschlackt werden.
Eine Mär, die gerne in Fasten-Ratgebern und Frauenjournalen wiederholt wird. So etwas wie ‚Schlacken‘ setzen sich nicht im Körper fest. Für eine ausreichende Entgiftung sorgen schon Leber und Niere. Fasten hilft mehr der Seele und auch dem Körper, wenn wir weniger wiegen.
8. Ein Kind sollte möglichst lange gestillt werden.
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 4-6 Monate volles Stillen. Längeres Stillen soll angeblich Allergien vorbeugen. Es gibt jedoch erste Studien, die das genaue Gegenteil nahe legen. Wird ein Kind länger als vier Monate mit Muttermilch ausschließlich ernährt, kommt der Magen-Darm-Trakt nicht mit fremden Stoffen in Berührung, so dass das Immunsystem nicht lernt, mit diesen umzugehen. Die Befundlage zum längeren Stillen ist aber noch unklar.
9. Vor dem Sport sollte man sich dehnen.
Aufwärmen ja, dehnen nein. So könnte man die Befunde in der Sportwissenschaft zusammenfassen. Dehn-Übungen reduzieren die Spannungen in Muskeln und damit seine Leistungsfähigkeit.
10. Nächtliche Mahlzeiten machen besonders dick.
Auch hier gibt es keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege. Einer schwedischen Studie zufolge essen übergewichtige Frauen öfter abends und in der Nacht. Allerdings stellt sich hier die Frage der Kausalität: sind die Frauen adipös, weil sie abends essen? Oder essen sie abends, weil sie adipös sind? Das können diese wie auch andere Studien nicht belegen.

Übergang in den Ruhestand V
Männer in der Lebensmitte I
 

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