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Autofahren und Alter

In der ZEIT-Ausgabe 27/2015 packten die Autoren ein 'heißes' Eisen an: es ging in dem Dossier-Artikel um das Unfallrisiko von älteren Autofahrern. Hier einige Fakten aus dem Artikel:

  • 40 % der älteren Autofahrer braucht eine stärkere Brille.
  • Der Anteil von älteren Verkehrsteilnehmern (76 - 80 Jahren) mit Führerschein ist in den letzten Jahrzehnten von unter 20 % (1976) auf über 70 % (2008) gestiegen.
  • Bei Pkw-Unfällen mit Personenschäden sind die über 75-jährigen zu 75,5 % der Fälle Hauptverursacher. Ähnlich schlechte Werte haben nur die jüngsten Fahrer (18-21 Jahre): nämlich knapp über 70 %.
  • Der Anteil von Menschen über 65 Jahren an der Gesamtbevölkerung beträgt 21 %. Sie sind nur zu 14 % aller Unfälle mit Personenschäden verantwortlich. Was diese Zahl vom statistischen Bundesamt jedoch vernachlässigt ist, dass Senioren kürzere Strecken fahren und insofern ihr Unfallrisiko je Kilometer besonders hoch ist.

Bei einer Studie der Technischen Universität Dresden wurde das Fahrverhalten von älteren Verkehrsteilnehmern (über 75 Jahre) untersucht. Dabei zeigte sich, dass das Gesichtsfeld bei den Teilnehmern um 30 % kleiner war als bei Menschen in mittleren Lebensjahren. Alle Studienteilnehmer verzichten auf den Schulterblick beim Rechtsabbiegen. Die altersbedingt längeren Reaktionszeiten wurden nicht durch langsames Fahren kompensiert.

Häufigste Unfälle bei Senioren sind Vorfahrtsfehler und Irrtümer beim Ein- oder Anfahren, Wenden oder Abbiegen. Eine amerikanische Studie zufolge gibt es in Ländern mit verpflichtenden Seh-Tests für ältere Autofahrer 12 % weniger Unfälle mit tödlichem Ausgang.

Ich finde diese Zahlen sprechen für sich. Ich nehme mir spätestens ab 70 vor, jährliche Seh-, Hör- und Reaktionstests zu machen. Und ich hoffe, dass ich im Alter weise genug bin, früh genug den Führerschein abzugeben. Weise können Sie auch schon vorher sein: einen Online-Selbsttest für Autofahrer finden Sie auf www.dvr.de/schulterblick.

Kuscheln auf Rezept
Urlaub und Gesundheit
 

Kommentare 1

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Hermann Tapper am Mittwoch, 02. September 2015 09:46

Passend hierzu ein Erlebnis, das ich gestern mit meinem Sohn Hauke an einer belebten Kreuzung in Oldenburg hatte. Auf dem Weg zum Wochenmarkt haben wir beide Hand-in-Hand eine Straße bei grüner Fußgängerampel überquert, zusammen mit mehreren weiteren Fußgängern. In einem unerwartet auftauchenden PKW fuhr ein älterer Autofahrer unabgebremst mit einer Geschwindigkeit von vielleicht 30 km/h durch unsere Fußgängergruppe. Nur durch Glück und schnelles Ausweichen ist niemand verletzt worden. Bei wenigen Sekunden Zeitunterschied hätte den Fahrfehler schlimme Folgen gehabt. Mich hat das sehr nachdenklich gemacht. Verpflichtende Fahrtauglichkeitsüberprüfungen für Senioren halte ich für unverzichtbar und die Gegenargumente von Diskriminierung und Freiheitseinschränkungen für in der Abwägung zu schwach.

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Passend hierzu ein Erlebnis, das ich gestern mit meinem Sohn Hauke an einer belebten Kreuzung in Oldenburg hatte. Auf dem Weg zum Wochenmarkt haben wir beide Hand-in-Hand eine Straße bei grüner Fußgängerampel überquert, zusammen mit mehreren weiteren Fußgängern. In einem unerwartet auftauchenden PKW fuhr ein älterer Autofahrer unabgebremst mit einer Geschwindigkeit von vielleicht 30 km/h durch unsere Fußgängergruppe. Nur durch Glück und schnelles Ausweichen ist niemand verletzt worden. Bei wenigen Sekunden Zeitunterschied hätte den Fahrfehler schlimme Folgen gehabt. Mich hat das sehr nachdenklich gemacht. Verpflichtende Fahrtauglichkeitsüberprüfungen für Senioren halte ich für unverzichtbar und die Gegenargumente von Diskriminierung und Freiheitseinschränkungen für in der Abwägung zu schwach.