Veröffentlicht von am in Männergesundheit allgemein
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Von Gorbatschow wissen wir ja, dass das Leben denjenigen bestraft, der zu spät kommt. Zu früh sexuell zu kommen, kann auch sehr nachteilige Folgen haben. 'Den bestraft die Ehefrau', meinte der Kieler Sexualmediziner Prof. Bosinski in seinem Vortrag 'Die Last mit der Lust', den er an 17.11.2016 im Café Fährhaus in Büdelsdorf hielt. Bosinski war der fünfte Referent im Rahmen der Vortragsreihe Männergesundheit, die die BKK Atlas Ahlmann innerhalb des Projekts 'Gesund am NOK' organisiert hatte. Überrascht hatte mich in dem interessanten und faktenreichen Vortrag, wie oft die Ejaculatio Praecox, also der vorzeitiger Samenerguss, vorkommt. Altersübergreifend ist fast jeder dritte Mann davon betroffen. Bosinski sprach in diesem Zusammenhang von dem best gehüteten Geheimnis der Männer. Allerdings leiden nur 15 % darunter und davon etwa die Hälfte (7,5 %) sucht ärztliche Hilfe.

 

Bislang hat sich kaum ein Mann in meiner Praxis mit diesem Thema offenbart. Mutmaßlich weil das Thema sehr schambesetzt ist. Das kann ich auch gut verstehen. Dennoch möchte ich Sie ermutigen, das Thema anzugehen, sofern Sie darunter leiden. Denn 1: Sie stehen damit nicht allein! Jeder sechste Mann ist statistisch gesehen eine echte Hausnummer. Und 2. Sie können nichts dafür. Wenn biologische Faktoren eine Rolle spielen, dann wird mutmaßlich schon Ihr Vater und Großvater das Thema buchstäblich ‚am Wickel‘ gehabt haben. Schließlich 3. Der vorzeitiger Samenerguss lässt sich gut behandeln.

Empfohlen wird eine Kombination aus einer medikamentösen Behandlung und Paarberatung. Medikamentös wird das sog. Priligy gegeben, das dazu beiträgt, den Zeitpunkt des Orgasmus zu verzögern. Das Medikament ist eigens für die Behandlung von Ejaculatio praecox entwickelt worden und muss vom Arzt verschrieben werden. Priligy muss vom Arzt verschrieben, aber selbst bezahlt werden. In der Beratung geht es darum, dem Paar Techniken zu vermitteln, wie die männliche Erektion stärker kontrolliert werden kann. Im Ergebnis, betont der Kieler Sexualmediziner, lässt sich die Penetrationsdauer nach der Beratung auf etwa 3 Minuten verlängern. Das klingt nicht nach viel. Allerdings muss man berücksichtigen, dass die durchschnittliche Penetrationsdauer knapp über 5 Minuten liegt. Wenn Ihnen dieser Erfolg noch zu bescheiden ist, dann können Sie auch nach Afrika auswandern: dort ist der vorzeitige Samenerguss nicht bekannt. Schnell zu kommen, so Bosinski, bedeute hier ein richtiger Mann zu sein. Auch ne Variante.

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